Pressemitteilung: Freiraum Dachau wird erneut mit neonazistischer und menschenverachtender Propaganda beschmiert!

Der Freiraum Dachau wurde, vermutlich in der Nacht vom Dienstag, den 11.02., auf den Mittwoch, mit menschenverachtenden und neonazistischen Parolen beschmiert. Die Sprühereien enthielten Sprüche und Slogans wie „Anti-Antifa“, „Wir kriegen euch alle“, „NS“, „NSU“, „Judenschweine“, „White Power“ sowie mehrere Hakenkreuze. Diese wurden flächendeckend an der gesamten Außenfassade angebracht. Die am Abend des 12.02. gerufene Polizei meinte, sie könne aufgrund der Dunkelheit keine Fotos mehr machen und die gesprühten Parolen müssten noch bis zum nächsten Tag unübermalt bleiben – erst dann wären sie in der Lage Fotos zu machen.

Dieser Vorfall mit eindeutigem neonazistischem Hintergrund ist der aktuellste in einer ganzen Reihe von Vorfällen, mit eindeutigem oder mutmaßlichem neonazistischen Hintergrund. Bereits in der Nacht vom 7. Juli 2011 auf den 8. Juli 2011 verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf den Freiraum, wobei zwei Mülltonnen direkt am Freiraum angezündet und vor die Türen geworfen wurden1. Im selben Jahr wurden mehrfach Aufkleber nicht mehr existierender rechter Gruppierungen aus München, am Freiraum angebracht. Diese sind in den „Chroniken rechter Vorfälle“ lokaler antifaschistischer Strukturen aus dem Jahr 2011 dokumentiert2.
Am 04. Juni 2013 kam es am Freiraum zu Sachbeschädigungen an außen angebrachten Lampen, es wurden Plakate mit antirassistischem Inhalt abgerissen und das Schild über der Haupteingangstür des Freiraums entwendet. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juli 2013 wurden wieder zahlreiche Aufkleber neonazistischer Gruppierungen im Freiraum und dem umliegenden Gebiet verklebt, diesmal waren es bereits Motive aus dem Sortiment des Freien Netz Süd, sowie der verbotenen Kameradschaft Aachener Land. Auf einem am 19. August 2013 an der Haupteingangstür angebrachten Aufkleber stand „NS Zone – Deutschland multikulti – Wir bleiben braun“. In der folgenden Nacht am 20. August wurde „NS“ und „NS-Zone“ an die Außenfassade des Freiraums gesprüht. Nur kurze Zeit später, in der Nacht vom 24. auf den 25. August, wurden wieder Sachbeschädigungen begangen. Es wurden Lampen zerstört, der Briefkasten heruntergerissen und Fahrräder vom in der Nähe stehenden, jedoch nicht zum Freiraum gehörenden, Fahrradständer vor den Hintereingang des Freiraums geworfen. In der Nacht auf den 8. September 2013 sind erneut Aufkleber des Freien Netz Süd am Freiraum angebracht worden.
In der Nacht des 4. November 2013 wurde während einer laufenden Veranstaltung erneut eine Mülltonne des Freiraums angezündet. Es kam glücklicherweise zu keinem Personenschaden. Die anwesenden Personen konnten den Brand löschen. Am 23. Dezember 2013 fanden Mitglieder des Freiraum e.V. im Vereinsbriefkasten einen Umschlag mit der Aufschrift „Letzte Warnung“, auf dessen Rückseite das Kürzel „FJAL“stand. Laut Polizeiangaben befand sich im Umschlag ein Tierorgan, nähere Angaben konnte die Polizei bisher nicht machen.

Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit den Einschüchterungsversuchen von Neonazis, vorgefallen am 13. und 14. Februar, „Kafe Marat“, dem „Bayerischen Flüchtlingsrat“ und einem Wohnprojekt im Münchner Westend3 im Vorfeld zur antifaschistischen Demonstration am 1. März 2014 gegen das Neonazizentrum in Obermenzing.

Auch durch diese Vorfälle fühlt sich der Freiraum in seiner Arbeit und in seinem antifaschistischen Selbstbild bestätigt. Er wird sich auch in Zukunft nicht von dieser Haltung abbringen lassen. Betont wird, dass rassistisches und menschenfeindliches Gedankengut weder hier in Dachau, noch anderswo, Platz finden darf.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.