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Antifa-Café

Oktober 2 @ 19:00 - 23:55

Wir müssen reden: Über Antifaschismus 2.0

Dienstag, 02.10.18

offen ab 19:00 Uhr | Beginn 20:00 Uhr

Der Wind bläst härter. Eine rechte Partei mit extrem rechter Anhänger_innenschaft eilt von einem Wahlerfolg zum nächsten und sucht den Schulterschluss mit gewaltbejahenden Milieus. Die intellektuelle Neue Rechte fühlt sich bereit, mit dem Erbe von 68 Schluss zu machen. Rechte Projekte sprießen v.a. online aus dem Boden. Die klassische Neonaziszene kann mancherorts auf diesem Nährboden aus ihrer Isolation ausbrechen. Rassismus kann sich explosionsartig entladen, wie Chemnitz gezeigt hat. Bürger_innen stellen sich mit rassistischen Akteur_innen und organisierten Neonazis Seit‘ an Seit‘. Man kann aus einem Mob heraus ungescholten Hitlergrüße zeigen und Migrant_innen jagen. Hinzu kommen konservative Politiker_innen oder ranghohe Staatsbedienstete, die die Hetzjagden herunterspielen bzw. gar komplett anzweifeln.

Aber auch die so genannte Zivilgesellschaft kommt langsam auf die Beine. Bürgerliche aus der Mittelschicht können sich demonstrativ diesen Entwicklungen entgegen stellen. In Dachau demonstrierten am 9.9.2018, kurz nach Chemnitz, über 2000 Menschen gegen eine AfD Veranstaltung. Aber reichen symbolische, reaktive Events aus? Man darf den Rechten nicht den öffentlichen Raum überlassen. So viel steht fest. Prävention und Aufklärung spielen eine wichtige Rolle und auch ein Schulterschluss all jener, die der Zunahme von rassistischem Selbstbewusstsein nicht tatenlos zusehen wollen.

Es gibt aber auch enorm viele Menschen, die die bürgerliche „Mitte“ nicht anzusprechen vermag. Dies gilt v.a. für sozial schwache Milieus, die wenig bis kein Vertrauen in den Staat und seine Institutionen haben. Und überhaupt, wer stoppt denn gewaltbereite Rechte auf der Straße? Nicht bei Großevents, sondern im Alltag? Die Verknüpfung einer Perspektive jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik und eines praktischen kompromisslosen Vorgehens gegen die extreme Rechte bleibt Merkmal des autonomen Antifaschismus. Ohne diesen sähe es hier schon ganz anders aus. Natürlich gibt es auch vieles zu kritisieren und zu hinterfragen.

Gerade im ländlichen Raum sind breite Bündnisse unverzichtbar. Sind sie aber in der Lage alle mitzunehmen? Zum Beispiel Migrant_innen und sozial Abgehängte? Was sind Dinge, die uns trennen? Was sind Dinge, die uns alle einen? Welche Rolle nimmt die extreme Rechte in der sozialen Frage ein? Wie kann man den Rechtsruck aufhalten? Inhaltlich und praktisch?

Darüber wollen wir diskutieren.

Die Veranstaltung knüpft an, an eine Diskussion vor zwei Jahren, siehe dazu hier https://freiraum-dachau.de/termin/wir-muessen-reden-ueber-antifaschismus/

Details

Datum:
Oktober 2
Zeit:
19:00 - 23:55
Veranstaltungkategorien:
,

Veranstaltungsort

Freiraum Dachau
Brunngartenstraße 7
Dachau, Bayern 85221 Deutschland
Website:
http://www.freiraum-dachau.de