Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Wir müssen reden: Über Antifaschismus

19. Juli 2016 @ 19:00 - 23:00

Das antifaschistische Infocafé diskutiert mit Ludwig Gasteiger (Kreisjugendring Dachau)

Achtung! Geänderter Termin: ausnahmsweise am 19.07.2016
Türen offen ab 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr

Der Begriff des Antifaschismus bzw. Antifa ist inhaltlich so facettenreich, wie die unter diesem Motto aktiven Menschen. Man versteht darunter in erster Linie kontinuierliche Aktivität gegen extrem rechte Strukturen und Ideologien. Antifaschistische Arbeit wird betrieben von zu diesem Zweck gegründeten lokalen Bündnissen, Projekten zur Aufarbeitung der Geschichte, öffentlichen Einrichtungen z.B. in der Jugendarbeit, Parteimitgliedern und gänzlich unabhängigen Gruppen. Sogar die rot-grüne Bundesregierung versuchte im Jahr 2000 beim ausgerufenen „Aufstand der Anständigen“ sich des Mottos zu bedienen.

Schnell wird klar: „Die Antifa“, die gibt es so nicht. Wenn von „der Antifa“ gesprochen wird, sind autonome Antifa Gruppen gemeint. Doch auch gerade diese unterscheiden sich von Ort zu Ort in Inhalten und praktischen Ansätzen. Gemein ist ihnen ein Ansatz, der eine konkretere und offensive Vorgehensweise gegen Neonazis und Rassist_innen vorsieht und mit einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive jenseits der herrschenden Verhältnisse verbindet. Kritisiert wird der Staat, der nicht entschieden gegen die extreme Rechte vorgeht. Eine Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Polizei wird grundsätzlich abgelehnt. Aber auch die oft passive oder rein symbolische Aktivität mancher zivilgesellschaftlicher Projekte wird kritisiert. Dennoch gehen beide vielerorts Bündnisse ein, v.a in Kleinstädten und ländlichen Gebieten.

Autonomen Antifas wird im Gegenzug Rabaukentum oder „Extremismus“ vorgeworfen und in der Regel erleben sie eine größere staatliche Repression als die bekämpften Rechten, v.a. in Bayern.
Zivilgesellschaftliche Projekte haben eine deutlich größere gesellschaftliche Reichweite und auch die finanziellen Mittel sind meist erheblich besser. Autonomen Antifa Gruppen wird, oft zurecht, elitäres Verhalten und übertriebene selbst gewählte Abschottung vorgeworfen. Dennoch ist es der Verdienst der autonomen Antifa, wenn Neonazis sich aus dem öffentlichen Raum zurückziehen, es sich mancherorts besser zweimal überlegen, wie oder gar ob sie auftreten, da sie wissen, dass es für sie im Desaster enden könnte.

Wir wollen miteinander über gemeinsames uns trennendes diskutieren, ohne dabei die Ansätze gegeneinander auszuspielen. Wir freuen uns auf unseren Diskussionspartner Ludwig Gasteiger vom Kreisjugendring.

Details

Datum:
19. Juli 2016
Zeit:
19:00 - 23:00
Veranstaltungkategorie: