06.10. – 18:30

Infocafe zu Sozialabbau und Möglichkeiten von Gegenmacht

Demonstrieren allein genügt nicht! Infocafe zu Sozialabbau und Möglichkeiten von Gegenmacht

06.10.26 Freiraum Dachau

offen ab 18:30 | Beginn: 19:00 Uhr

Die als „Reformen“ bezeichneten flächendeckenden Kürzungen sozialer Leistungen stellen den größten Sozialabbau seit der Agenda 2010 dar. Dem Abbau des Sozialstaats, den man sich angeblich nicht mehr leiste könne, steht eine massive Erhöhung der Militärausgaben gegenüber. Rüstungsindustrie boomt, während in der Autoindustrie Arbeitsplätze abgebaut werden. Es handelt sich also nicht um eine reine Kürzung, sondern um eine klassische Umverteilung. Unternehmen sollen profitieren. Arbeiter*innen sollen länger und schlechter arbeiten, verlieren ihre Jobs und bekommen weniger Sozialleistung. 

Hart erkämpfte soziale Garantien werden von den Unternehmen als Ballast angesehen, den man jetzt endgültig abstreifen möchte. Die jetzige Regierung ist gewillt ihnen diesen beinahe historischen Wunsch zu erfüllen.

Die Menge des in verschiedenen Gesetzen und Entwürfen angestrebten Stutzens des Sozialstaats mit dem Rasenmäher lässt uns – nicht ungewollt – den Überblick verlieren.

Im Infocafe Oktober wollen wir eben diesen Überblick über die einzelnen Kürzungen geben. Übersehen wird oft, dass manche mehrfach betroffen sein können, beispielsweise prekär beschäftigte alleinerziehende Frauen, alte Menschen und Kranke.

Im zweiten Teil sollen Möglichkeiten vorgestellt werden, wie man sich am Beispiel eines Solidarity Networks selbstorganisiert dagegen in Stellung bringt, um langfristig Gegenmacht zu entwickeln. Als ersten Schritt müssen wir zu einer sozialen Selbstverteidigung gelangen. Massenproteste, wie die der Gewerkschaften am 26.09.26, werden Regierung und Unternehmen nicht beeindrucken. Wir brauchen langfristige Verankerung an der Basis, in den Betrieben, in unseren Wohnvierteln. Es reicht nicht aus zu benennen, was uns nicht passt. Es muss dafür gesorgt werden, dass das was uns nicht passt nicht länger geschieht. Dazu benötigen wir neue Ausdrucksformen und das eigenständige Schaffen von Tatsachen.