Mitmachen

Der Freiraum ist ein Zusammenschluss vieler Jugendlicher aus den verschiedensten Subkulturen, die in Dachau einen Ort schaffen wollen, an dem jede*r Ideen und Bedürfnisse ausleben und verwirklichen kann. Wir sind ein nicht-kommerzielles, selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum. Genutzt wird der (aneignungsoffene) Raum für Konzerte, (politische) Infoabende, Workshops, als Treffpunkt, Spielplatz, Kreativwerkstatt und vieles mehr.

Selbstverwaltet bedeutet, dass wir uns alle zwei Wochen in einem Plenum zusammenfinden und über unsere Ideen, Gedanken und Bedürfnisse sprechen, vergangene Veranstaltungen reflektieren und anstehende Aktionen planen. Wir sind basisdemokratisch organisiert – wir versuchen Entscheidungen nach dem Konsensprinzip zu treffen. Jede*r darf und soll mitreden, mitgestalten und mitentscheiden – die Verantwortung wird von allen gemeinsam getragen. Die Arbeit die im Freiraum geleistet wird, egal ob hinter der Bar, dem Mischpult oder bei der Organisation läuft auf ehrenamtlicher Basis.

Als Kulturzentrum wollen wir nicht nur den bestehenden Verhältnissen etwas entgegensetzen sondern sie gleichermaßen ergänzen –Fernsehen, Computer spielen, Kaffeetrinken in überteuerten Cafés, mangelnde soziale Kontakte: Kultur lediglich als Konsumgut? Ist das wirklich das Leben, das es anzustreben gilt? Wäre es nicht viel besser einen Ort zu haben, an dem jede*r die Möglichkeit hat, eigenen Ideen auf einfache und unkomplizierte Art umzusetzen? An dem mensch eine Gemeinschaft vorfindet, die unvoreingenommen und offenherzig aufnimmt? An dem mensch neue Freundschaften knüpfen kann und kreativ mit anderen zusammen arbeiten? Genau danach streben wir! Gemeinsam wollen wir einen Raum schaffen in dem wir die Möglichkeit haben uns selbst kennenzulernen, eigene Ideen und Gedanken einzubringen, ernst genommen zu werden und Vertrauen zu genießen. Der Freiraum ist ein Ort an dem sich bewusst gegen Autorität und hierarchische Strukturen gestellt wird – ein Ort an dem sich Wahrnehmung und Anerkennung nicht von materiallen Statusobjekten abhängig macht – ein Ort an dem alle gemeinsam die Verantwortung für ein schönes Miteinander tragen.

Als Jugendzentrum sind wir uns darüber bewusst, dass der Anspruch nach einem gleich-berechtigten, diskriminierungsfreien Raum sehr viel Reflexion, Geduld und ein Bewusstsein für die eigene Wahrnehmung und das eigene Handeln erfordert. Diese Qualitäten widersprechen unserer Gesellschaft und Erziehung leider in vielen Punkten – die wenigsten Menschen haben oder hatten in ihrem Leben die Möglichkeit oder viel mehr das Privileg, sich in hierarchie- und diskriminierungsfreien Strukturen und Räumen zu bewegen oder sich selbst so gut kennenlernen zu dürfen um sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu sein, darin bestärkt zu werden und zu lernen diese nach außen zu tragen. Doch auch wenn dieser Anspruch utopisch scheint oder gerade deswegen gibt es den Freiraum, der sich mit den Menschen, die sich dort engagieren, entwickelt, immer weiter wächst und dadurch dieser Utopie immer näher kommt.

Wir wollen aufklären und sensibilisieren. Wir wollen zur Selbstbestimmung ermutigen. Wir wollen allen die Möglichkeit geben Verantwortung zu übernehmen. Wir erkennen den Mensch als Individuum und die damit einhergehende Diversität. Jeder Mensch ist in unseren Augen handlungsfähig und selbstbestimmt. Wir legen Wert auf solidarisches Miteinander. Unsere antifaschistische Grundhaltung sehen wir als selbstverständlich an. Wir lehnen Gewalt ab, egal ob physisch oder psychisch, ob von Einzelnen oder Institutionen, und stellen uns gegen diese. Wir befürworten einen friedlichen Umgang miteinander, dazu gehört auch eine konstruktive Kommunikation. Wir wollen einen partizipativen Ort an dem jede*r die eigenen Ideen und Projekte umsetzen kann. Ein Raum in dem Künstler*innen eine Bühne geboten wird – ein Ort an dem man sich entfalten, voneinander lernen und sich vernetzen kann.

Das ist doch nicht möglich haben uns vor 15 Jahren, als wir des erste mal mit der Idee eines selbstverwalteten Zentrums an die Öffentlichkeit gegangen sind, ziemlich viele gesagt! Wir haben über 1000 Unterschriften für das Projekt gesammelt und es geschafft, von der Stadt einen Raum mietkostenfrei zur Verfügung gestellt zu bekommen. Diesen (Frei-)Raum haben wir in kompletter Eigenregie von einer alten Sauna mit kaputter Decke, veralteter Elektrik und fehlender Wasserversorgung in einen Ort verwandelt, an dem sowohl Konzerte als auch Theater, Bildungsarbeit, Filmvorführungen und Cafébetrieb möglich sind. Das haben wir aber nicht alleine geschafft. Auf unserem Weg haben wir mehrere hundert Mitstreiter*innen gefunden, die an dieselbe Idee geglaubt haben und ihren individuellen Beitrag dazu geleistet haben!

Also komm vorbei! Du bist hier willkommen!

Wenn du interessiert bist, dich engagieren möchtest, Ideen oder Anregungen hast kannst du dich auch gerne direkt an uns wenden, schreib einfach eine Mail an info (ät) freiraum-dachau.de